Start-up @ Big Data: SkenData zu Gast im Insurance Innovation Lab

Daten, Daten, Daten – in dieser Woche dreht sich im Insurance Innovation Lab alles um das Thema Big Data. Lesen Sie hier, in welcher Form sich das Start-up SkenData damit auseinandersetzt und welche Impulse sie unseren Innovatoren geben konnten.

Die Big Data-Werkstatt-Woche findet im Rahmen der Zusammenarbeit des Insurance Innovation Lab mit kleineren und mittelgroßen Versicherern statt. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Frage, wie sich die Assekuranz zukunftsfähig aufstellen kann. Für einen 15-monatigen Zyklus lautet die Zielstellung, Innovationen schnell und ressourcenschonend zu entwickeln. In themenspezifischen Werkstatt-Wochen werden mit diesem kollaborativen Forschungsansatz strategische Fragestellungen beantwortet, die für alle beteiligten Versicherer von höchster Relevanz sind. Nachdem in der ersten Themenwoche die InsurTech-Szene auf kooperative und konfrontative Geschäftsmodelle durchleuchtet wurde, treffen sich vom 28.11. – 02.12.2016 je zwei bis drei Experten der beteiligten Versicherer in Leipzig, um Big-Data-Anwendungsszenarien zu entwickeln und zu bewerten.

Big Data hat erreicht, was wohl jeder neuen Technologie bevorsteht: den Peak des Gartner Hype Cycle. Die Erwartungen aller, die auch nur im Entferntesten mit dem Thema zu tun haben, scheinen weit über das aktuell realistische Potential der Technologie hinauszugehen. Höchste Zeit, mal wieder einen Blick darauf zu werfen. Was ist damit eigentlich genau gemeint? Und was hat sich in den letzten Jahren getan? Big Data ist ein Begriff für Datenmengen, die aus verschiedenen Gründen nicht mit herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung ausgewertet werden können. Dies kann daran liegen, dass die Datenmengen zu groß, zu komplex, zu schnelllebig oder zu schwach strukturiert sind. Als Big Data werden häufig auch digitale Technologien bezeichnet, die für ein neues Zeitalter digitaler Kommunikation und Verarbeitung stehen und in sozialer Hinsicht für einen gesellschaftlichen Umbruch verantwortlich gemacht werden. In diesem Zusammenhang wird Big Data nicht nur als eine digitale Datenmenge, sondern vielmehr auch als Analyse, Nutzung, Sammlung, Verwertung und Vermarktung von Daten verstanden.

Die Versicherungswirtschaft sollte in Big Data vor allen Dingen eine große Chance sehen: einerseits bietet es die Möglichkeit Prozesse effizienter zu gestalten und andererseits erlaubt der Einsatz innovative Produkte und Services zu entwickeln, die es so noch nicht gab. Um dieses Potenzial nutzen zu können, bedarf es in erster Linie einer Strategie. Dieser Herausforderung hat sich das Innovatorenteam gemeinsam mit dem Besuch aus der Gründerszene angenähert: SkenData trat an zum Start-up Pitch und diskutierte gemeinsam mit den Vertretern der beteiligten Versicherer das eigene Geschäftsmodell und einige Big Data-Use Cases.

IMG_0283_1Gründer Jon Meis beim Pitch im Insurance Innovation Lab

Digitale Gebäudewertermittlung

SkenData hat sich die Digitalisierung der Gebäudewertermittlung auf die Fahne geschrieben. Kurz gesagt werden Geodaten mit der Gebäudeart und dem Gebäudewert in Beziehung gesetzt. Dazu nutzen sie leistungsstarke Technologien (z.B. verschiedene Mess- und Berechnungsverfahren sowie die Geoinformatik) und riesige Datenmengen, um den Wert eines Gebäudes zu tracken. Über 70 Merkmale können im Zuge der Wertermittlung erfasst werden, beispielsweise die Wohnfläche, verschiedene Eigenschaften des Gebäudes, wie Keller oder Dachgeschoss, die Anzahl der Wohneinheiten oder  die Größe der gewerblichen Fläche, das Baujahr, die Umgebung, die Kaufkraft,  die Anzahl der Kinder einer Familie und viele mehr. Natürlich müssen nicht in jedem Fall alle Merkmale eine Rolle spielen. Die Daten, die SkenData von unterschiedlichen Dienstleistern bezieht, bestehen aus einer Vielzahl von geo- und soziodemografischen Daten. Das Start-up stellt sich mit seinem Geschäftsmodell der Annahme, dass Gebäudewertermittlungen nicht gleichzeitig mit einer angemessenen Genauigkeit, einem vertretbaren Aufwand und einer einfachen Handhabung durchzuführen seien. Der Gründer Jon Meis, der seinen fachlichen Ursprung in der Meteorologie hat, sagt „Wir sehen uns selbst als Mashup. Unsere Kernkompetenz liegt in der Integration verschiedener Daten zu einer Dienstleistung sowie der anschließenden Modellierung“.

Und so einfach kann es gehen…

Für den ersten Schritt der Wertermittlung braucht es lediglich die Anmeldung auf der Webseite. Bei der Eingabe der Adresse wird das besondere Interesse des Nutzers an der Wertermittlung und dessen datenschutzrechtliche Ermächtigung überprüft. Im nächsten Schritt werden über ein Luftbild das konkrete Gebäude und danach weitere Daten ausgewählt. Schon jetzt greift SkenData mit der Unternehmensdatenbank auf über 51 Millionen Gebäude in Deutschland zu, jährlich kommen etwa 200.000 allein durch Neubau hinzu. In Zukunft soll für Kunden beispielsweise das Hinzufügen von Attributen wie dem bestehenden Denkmalschutz möglich sein. Außerdem arbeitet das Start-up an der Einbindung metrologische Statistiken zu Unwettern

Ihr Produkt Wert14 richtet sich gleichzeitig an Versicherungsnehmer und -unternehmen. Versicherungsnehmer erhalten eine exakte Wertermittlung, auch wenn möglicherweise nicht mehr alle Daten des Gebäudes parat liegen. Sie erfahren dadurch, ob das eigene Gebäude unter- oder überversichert ist. Der Versicherer ist Dank SkenData in der Lage transparent über den Versicherungsumfang zu kommunizieren und somit die eigene Beratungsqualität zu verbessern. Darüber hinaus erhalten Versicherer ein qualifiziertes Werkzeug, dass Ihnen eine sachverständige Bewertung ermöglicht. Mit seinem Geschäftsmodell spricht das Start-up zwar in erster Linie Kompositversicherer an, die Herangehensweise bietet aber durchaus das Potenzial auf andere Bereiche der Versicherungswirtschaft übertragen zu werden.

Use Cases als Anfang einer Big Data Strategie

SkenData brachte für die Teilnehmer der Werkstatt-Woche verschiedene Use Cases mit, um gemeinsam innovative Big Data Ansätze zu entwickeln. Als Ausgangspunkte verwendeten die Teams rund um die Gründer Jon Meis und Sven Jantzen die Gebäudewertermittlung des Start-ups. Im Workshop wurde gemeinsam die Fragestellungen diskutiert, wie dieser Anwendungsfall für Cross Selling genutzt werden kann und welche Rolle dabei die Risikodaten spielen. Im Ergebnis konnten potentielle Ansätze und innovative Konzepte aufgedeckt werden. SkenData lieferte mit diesen Use Cases neue Perspektiven für den Umgang mit Big Data. Die Teilnehmer waren begeistert und wir sagen vielen Dank für die tollen Anregungen!

 

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