Trends 2019

Ein Blick in die Glaskugel – Versicherungstrends 2019

In der Vergangenheit, jetzt, aber auch in Zukunft standen und stehen wir vor einem stetigen Wandel: Technologische Entwicklungen führen immer wieder zu nachhaltigen Veränderungen in allen Unternehmenssektoren. Um die Potenziale der innovationsgetriebenen Trends erfolgreich ausschöpfen zu können, bedarf es auch in der Assekuranz zukunftsorientierter Versicherer, die sich frühzeitig mit neuartigen Kundenbedürfnissen beschäftigen und bereit sind, in notwendige Veränderungen zu investieren.

Neben Cloud-Services, Chatbot-Technologien und dem Internet of Things interessieren uns in diesem Beitrag insbesondere die Themenfelder 5G, Driverless Cars sowie die additive Fertigung.

Wir sind diesen drei Trends auf den Grund gegangen und haben uns gefragt, welche Auswirkungen sie auf die Versicherungswelt haben werden. Zwei unserer Experten im Lab-Team, unser Geschäftsführer Dr. Hagen Habicht sowie der Innovation & Business Development Manager Dr. Sören Schäfer, zeigen uns ihre Sichtweisen.

Dr. Hagen Habicht, Geschäftsführer der Digital Impact Labs Leipzig

Sören

Dr. Sören Schäfer, Innovation & Business Development Manager

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5G – mehr als nur schnelles Internet

Nachdem es zuletzt noch um den Ausbau des LTE-Mobilfunknetzes ging, ist aktuell 5G und damit die fünfte Mobilfunkgeneration in Planung. Ein Vorteil von 5G sind die hohen Kapazitäten, um besonders große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit verarbeiten zu können. 5G wird auch der massiv ansteigenden Anzahl der Devices gerecht und ermöglicht die Kommunikation von Maschinen und Geräten untereinander. Es verspricht ein für das Internet der Dinge (IoT) freundliches Ökosystem. Neben Smart Home-Anwendungen ist eine Nutzung und Vernetzung von autonom fahrenden Autos untereinander, aber auch in Verbindung mit Car2X (Environment), denkbar und wahrscheinlich.

Was bedeutet das für die Assekuranz? 

Dr. Hagen Habicht erklärt: „Ich glaube, dass alles das, was Mobilität und Echtzeit bedeutet, durch 5G in das nächste oder übernächste Niveau gehoben wird. Dementsprechend breit sind die Anknüpfungspunkte bei der Assekuranz. Zwar sind Versicherer und ihr Angebotsportfolio nur indirekt betroffen, jedoch können und müssen sie genau hier reagieren und Lösungen für Industrien anbieten. Auch die sich verändernden Lebenswelten zeigen neue Schnittstellen auf, an denen die Kunden angesprochen werden können. Um sich „First-Mover“-Vorteile sichern zu können und 5G als Enabling Technologie zu nutzen, sollten sich die Versicherer also rechtzeitig mit möglichen Verwertungsoptionen auseinandersetzen.“

 

Driverless Cars – der Hype um autonome Fahrzeuge

Nach dem sich das Car-Sharing als neue Form der Mobilität etabliert hat, wird der Wunsch nach autonom fahrenden Autos laut. Die technologischen Entwicklungen sind auf einem guten Weg zur vollständigen Unabhängigkeit der Fahrzeuge, bergen jedoch auch Gefahren. Wer trägt die Verantwortung bei Unfallschäden? Der Mensch, die Maschine oder aber der Entwickler? Dr. Sören Schäfer hat sich näher damit auseinandergesetzt und verdeutlicht in einem Statement, welche potentiellen Einsatzbereiche für Versicherer entstehen:

„Autonomes Fahren wird die komplette Mobilitätslandschaft verändern. Die Sicherheit steigt und die Unfallgefahr nimmt ab, weil der Faktor des menschlichen Fahrerversagens ausgeschlossen wird. Alles, was ich mit Künstlicher Intelligenz unterstützen kann, wirkt sich natürlich auf die Geschäftsmodelle der Versicherungen aus. Beziehe ich mich auf den Privatverkehr, so glaube ich, dass autonome Fahrzeuge die Sharing-Landschaft viel stärker beflügeln werden. Daraus resultiert, dass weniger Fahrzeuge auf der Straße sind und damit weniger Haftpflichtversicherungen und deren Ausprägungsstufen verkauft werden. Die Versicherungssummen sinken, da ich ein autonomes Fahrzeug habe, dass viel mehr Daten verarbeiten kann, sicherer fährt und nicht von menschlichen Fehlern abhängt. Was dagegen steigt, ist der Bedarf nach Cyber-Versicherungen und Fragen der Produkthaftung. Hier gibt es zwar noch viele ungeklärte Fragen, wer wann und für was verantwortlich gemacht werden kann. Aber Potenziale für Versicherer, in diese Bereiche einzusteigen, bestehen allemal. Ein weiteres Aktionsfeld besteht im Bereich pay per use, insbesondere, wenn ich nicht Eigentümer des Fahrzeugs bin oder mich in verschiedenen Risikobereichen bewege, z.B. Stadt vs. Autobahn.“

 

Additive Fertigung – eine Antwort auf neue Bedürfnisse

Was auch unter dem Begriff 3D-Druck bekannt ist, sind additive Fertigungsverfahren, bei denen auf Basis von 3D-Konstruktionsdaten durch das „Auftragen“ von Material schichtweise ein bestimmtes Bauteil aufgebaut werden kann. Der additiven Fertigung kommt insbesondere in der Industrie eine besondere Rolle zu. Was zunächst vor allem zur Herstellung von Prototypen genutzt wurde, wird in Zukunft als Möglichkeit gesehen, die Produktion nicht nur effizienter, sondern auch deutlich flexibler und personalisierter zu gestalten. Somit bedient der 3D-Druck z.B. die zunehmende Nachfrage nach kundenspezifischen Produkten.

Welche Potenziale entstehen durch die additive Fertigung in der Assekuranz?

„Potentiale lassen sich in der KFZ-Versicherung, der Gebäude-Versicherung und Krankenversicherung verorten. Betrachten wir das Thema KFZ-Versicherung, so stellen wir fest, dass die Versicherung bisher den Schaden an meinem Fahrzeug bezahlt, wenn es zu einem Unfall kommt. Methoden der additiven Fertigung könnten die Kosten, die sich für Versicherer ergeben, noch einmal reduzieren. Ich bin also nicht mehr unbedingt auf Originalteile angewiesen. Ich kann Bestandteile nehmen, die ich selbst produzieren (lassen) kann, anstatt darauf zu warten, bis mein Ersatzteil geliefert wird. Das kann dann besonders wichtig werden, wenn ich mich im Urlaub befinde oder zeitkritische Waren transportiere und keine Ersatzteile verfügbar sind. Durch Additive Manufacturing erreichen wir folglich eine Mobilitätsgarantie.“

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