1 Jahr Insurance Innovation Lab

Happy Birthday – 1 Jahr Insurance Innovation Lab!

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ (Franz Kafka)

Zum Geburtstag viel Glück! Zum Geburtstag viel Glück! … Kaum zu glauben, dass die Zeit so schnell verging und wir vor einem Jahr das erste „hybride“ Lab der Versicherungswirtschaft gegründet haben. Hybrid heißt kollaborativ und individuell, extern und intern sowie Forschung und Anwendung. Seitdem hat sich viel getan: Ein wachsendes Team, neue Versicherer als Partner, erste Innovationen und viel Bewegung in der und um die Assekuranz. Hinter uns liegen 12 spannende Monate – aber fangen wir von vorne an.

Wie alles begann … und wie alles weiterging

Der Abend des 15. Juni 2016 war der Abend, an dem alles seinen Lauf nahm: Mit einer Kick-off-Veranstaltung auf dem Gelände der Baumwollspinnerei Leipzig wurde der Grundstein für das Insurance Innovation Lab gelegt. Vertreter etablierter Versicherungsunternehmen sowie Start-ups aus dem New Players Network diskutierten gemeinsam über Chancen der Digitalisierung und erprobten Innovationsmethoden, die zukünftig in der kollaborativen Arbeit im Lab zum Einsatz kommen sollten. Doch es sollte nicht lange nur bei Ideen und Ansätzen bleiben. Wenige Tage später startete das Insurance Innovation Lab offiziell mit fünf mutigen und innovativen Partnerunternehmen. Die Canada Life Assurance Europe, die Fahrlehrerversicherung VaG, die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG, die KS/Auxilia und die Haftpflichtkasse Darmstadt hatten erkannt, dass Innovation ein nachhaltiges Commitment erfordert. Sie schenkten uns das Vertrauen, die Digitalisierung gemeinsam anzupacken und dabei stets den Kunden fest im Blick zu haben.

Das Vertrauen und die Erfolge haben sich herumgesprochen, weitere Versicherer mit ernsthafter Innovationsagenda kamen hinzu: Die Vienna Insurance Group und die Delvag Versicherungs-AG als unsere neusten Partner bringen eine eigene Ausrichtung und Zielstellung mit, die das Lab weiter bereichern. Professor Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Vienna Insurance Group, konkretisiert ihre Ziele mit dem Lab wie folgt: „Beim Thema Digitalisierung geht es uns darum, das Geschäftsmodell Versicherung dem vor allem technisch getriebenen Nutzungsverhalten und den Bedürfnissen der Kunden anzupassen. Dazu benötigen wir einen versicherungsaffinen, aber frischen Blick und kreativen Ideenaustausch abseits unserer täglichen Geschäftsprozesse. Mit dem Insurance Innovation Lab Leipzig hat die Vienna Insurance Group dafür den richtigen Partner gefunden. Hier werden genau jene Impulse gesetzt, die wir für die notwendigen neuen Innovationsprozesse benötigen.“

Innovationstrends auf der Spur: Werkstattwochen, Hackathon und Workshops

In der Arbeit mit unseren Versicherern stellen wir uns immer wieder die Frage, wie wir Trends in Innovationen umsetzen können. Dafür spüren wir digitale Entwicklungen auf und analysieren gemeinsam mit unseren Partnern, wie man diese in Geschäftsprozesse integrieren und neue Wege in der Assekuranz beschreiten kann.

InsurTechs, Big Data, Peer-to-Peer und Blockchain waren im vergangenen Jahr die Themen, die wir in Form von vier Werkstätten unter die Lupe genommen haben. Ziel war es, sich diese Innovationstreiber systematisch zu erschließen. Auf wissenschaftlich fundiertes Lernen folgte praxisorientierte Methodenentwicklung und das Ausloten ihrer Anwendbarkeit im Versicherungswesen. Mit dabei waren nicht nur Wissenschaftler und Experten, sondern vor allem die passenden Start-ups, die den Versicherern aufzeigten, wie sie beispielsweise einen Big Data- oder Peer-to-Peer-Ansatz nutzen.

Apropos Start-ups: Kurz nach dem Start des Insurance Innovation Lab legte der Start-up-Bus einen Zwischenstopp bei uns ein: 30 Gründer arbeiteten in Teams an ihren aktuellen Geschäftsideen. Ihr 72 Stunden-Sprint führte sie dabei per Bus von Pitch zu Pitch. Auch bei uns musste sich jedes Team kritischen Fragen und unserer Bewertung ihrer Konzepte stellen, ehe es über Berlin und Hamburg nach Amsterdam und weiter nach Belgien ging.

Leipzig ist ohnehin zweifellos ein interessanter Standort und Nährboden für Start-ups, aber die Szene braucht mehr Vernetzung. Ende 2016 haben wir uns daher entschlossen, ein Innovators Meetup zu starten: Entstanden ist ein zwangloses Treffen von Start-up-Begeisterten aller Richtungen. Wer mitmacht, darf einladen – und zwar immer die Menschen, die für die Gruppe besonders interessant sind. Eine feste Agenda gibt es nicht, denn es geht ums Kennenlernen.

Für die Vernetzung untereinander steht auch unser „New Players Network“ – inzwischen das größte InsurTech-Netzwerk Deutschlands. Mit dem New Players Network fördern wir gezielt den Austausch zwischen etablierten Akteuren der Versicherungswirtschaft und kreativen Neueinsteigern der Branche. Start-ups finden so Kooperationspartner und Versicherungen erhalten durch den Zugang zu neuen, digitalen Geschäftsmodellen Impulse für den Ausbau ihrer Innovationskultur.

Da der Transfer von Methoden aus dem Innovationsmanagement eines unserer Hauptanliegen ist, haben wir Schritt für Schritt Workshops zu zentralen Aspekten wie dem Aufbau einer funktionierenden Innovationspipeline oder konkreten Innovationsmethoden wie Design Thinking, und Kreativitätstechniken entwickelt. Bei Design-zentrierten Themen kommen auch Open Innovation Werkzeuge wie eine Crowdsourcing Plattform zum Einsatz. Denn unser zentrales Anliegen ist es, die späteren Nutzer von Beginn an in den Innovationsprozess einzubinden. Intensiver Austausch mit Nutzern weckt nicht zuletzt auch bei den Teilnehmern große Begeisterung. Genauso experimentierfreudig näherten wir uns dem Thema Kreativitätstechniken. Ob 635-Methode, Lotusblüten-Technik oder Mind Mapping – unser Workshop zeigte präzise auf, welche Methoden in welcher Situation vielversprechend sind.

Welche innovativen Ansätze entstehen können, wenn 13 Teams 30 Stunden lang in 3 verschiedenen Challenges gegeneinander antreten, versuchten wir bei dem ersten Insurance-Hackathon herauszufinden, den wir im März dieses Jahres gemeinsam mit der Allianz, der Unternehmensberatung ZEB, Frank und Bornberg sowie DataArt in München veranstalteten. Unter dem Motto „30 hours to redefine InsurTech“ galt es zu zeigen, wer die kundenzentrierteste Lösung unter hohem Zeitdruck entwickeln kann.

Die Aufgabenstellungen reichten von der Verbesserung der Customer Experience, über neue Produkte für die Generation 50+ bis hin zu Anwendungsfällen in Bezug auf das sogenannte Internet of Things (IoT).

Unser erstes Produkt: JurBuy

Kundenzentriertes Vorgehen bedeutet oft, dass schnelle Antworten auf dringende Fragen gefunden werden müssen. Wenn Zeit ein entscheidender Faktor ist, werden herkömmliche Methoden der Kundenbefragung schnell zum Hemmschuh. Aus diesem Grund setzen wir auf schnelle, web-basierte Werkzeuge, wie zum Beispiel die Crowdsourcing Plattform von Innosabi. Wir nutzen diese Plattform, um systematisch interne und externe Quellen zu Wort kommen zu lassen und somit beispielsweise die Innovationskraft der eigenen Mitarbeiter und Kunden in einem gemeinsamen Prozess zu verbinden.

Bereits unser erstes Projekt, die Entwicklung und Realisierung von JurBuy in Zusammenarbeit mit der ROLAND Rechtsschutz-Versicherung, profitierte vom Einsatz von Crowdsourcing. JurBuy ist eines der ersten situativen Rechtsschutzprodukte. Es dient der Absicherung von eBay-Käufen. Im Rahmen eines Design Thinking Bootcamps wurde das initiale Produktkonzept von jungen Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen entwickelt. Unsere Expertise diente der Validierung des Initialkonzepts, der Erstellung und Evaluierung des Prototyps sowie der Umsetzung und dem Testen einer funktionierenden Lösung (MVP), die am 23. Dezember 2016 an den Markt ging. Dass dieses Innovationsprojekt in nur drei Monaten abgeschlossen werden konnte, zeigt, wie wichtig eine effiziente Integration von Kunden beispielsweise mittels Open Innovation Werkzeugen bei der Produktentwicklung ist.

1 Jahr Insurance Innovation Lab

1 Jahr Insurance Innovation Lab

 

Wir sind gekommen, um zu bleiben

Wir haben bereits ein gutes Stück Weg hinter uns – und gleichzeitig noch viel mehr vor! Unsere Mission, die uns damals wie heute antreibt, ist: die Digitalisierung nutzen, um die Kunden in den Mittelpunkt der Versicherungswirtschaft zu stellen. Unser Team zählt mittlerweile 12 Köpfe, die die entsprechenden Kompetenzen mitbringen – sei es aus den Bereichen Marktforschung, User Experience Design, Innovationsmanagement oder Business Development. Mit viel Herz und Unternehmergeist arbeiten wir daran, Innovationsprojekte voranzutreiben und das Lab noch besser zu machen.

Die vielfältigen Möglichkeiten, die Digitalisierung für mehr Kunden- und Serviceorientierung zu nutzen und die Erkenntnis unserer Partner, dass Innovieren ernst genommen werden muss, motivieren uns jeden einzelnen Tag.

Und ja, wir sind stolz darauf, gemeinsam mit unseren Partnern etwas zu schaffen, dass es so nicht noch einmal gibt!

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