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Innovationstreiber Blockchain

„Diese Technik wird die digitale Welt verändern“, betitelte die Süddeutsche Zeitung das Thema Blockchain zu Anfang des letzten Jahres. In der Tat bietet die Thematik nicht nur Veränderungen für die digitale Welt, sondern auch für Branchen wie die Assekuranz und insbesondere großes Potential für die Innovationsagenda von Versicherungen. Grund genug, Sie schon jetzt auf das Thema unserer vierten Werkstattwoche, die in der Zeit vom 15. Mai bis zum 17. Mai 2017 stattfindet, einzustimmen.

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Die Blockchain-Technologie

Der Begriff Blockchain kommt aus dem Englischen und kann mit „Blockkette“ übersetzt werden. Wie die Übersetzung schon nahelegt, handelt es sich dabei um eine virtuelle Kette aus Blöcken, die alle Transaktionen von Menschen speichert, die etwas mit Bitcoin bezahlt haben. Bitcoin wiederum ist ein System, bei dem jeder registrierte Nutzer Geld verschicken kann. Die „digitale Währung“ ist außergewöhnlich sicher und transparent und wird damit dem Ruf als anonymes Zahlungsmittel für Kriminelle nicht gerecht, denn theoretisch könnte Bitcoin überall für Zahlungen genutzt werden -vorausgesetzt natürlich, dass der Anbieter die Währung akzeptiert. Aus technischer Sicht kann Blockchain als Datenbank verstanden werden, deren Integrität durch Speicherung des Hashwertes des vorangehenden Datensatzes in den nachfolgenden Daten gespeichert ist. Jede über Bitcoin getätigte Transaktion verlängert die Kette. Eine Gesamtübersicht über die Kontostände aller Bitcoin Nutzer ist zu jedem beliebigen Zeitpunkt in einer Art Listenform abrufbar. Eine Blockchain umfasst sozusagen die Prüfsumme der Transaktionen. Sie gilt deshalb als besonders sicher gegen nachträgliche Manipulation.

Welche Rolle kann Blockchain im Alltag einnehmen?

Neben der einfachen und bequemen Art den morgendlichen Kaffee zu bezahlen, sind unter anderem intelligente Verträge, manipulationssichere E-Voting-Systeme oder Onlinespeicher mit integrierter Privatsphäre denkbar. Ebenfalls könnte sich zum Beispiel die Art und Weise wie Bankgeschäfte ablaufen oder Rechte verwaltet werden verändern. Das Blockchain-Verfahren ist die Basis für ein verteiltes, dezentrales und sichereres digitales Zahlungssystem (Kryptowährung), das zur Vereinfachung oder Verbesserung der Transaktionssicherheit beitragen kann.

Welchen Weg schlagen Versicherungen mit Blockchain ein?

Mit Blockchain kann sich für Versicherungen vor allem der Umgang mit Daten verändern, da sensible Daten nicht zentral gespeichert und dennoch verifizierbar sind. Daraus können – das erinnert an die Thematik Big Data – Versicherungen Tarife entwickeln, die auf das Verhalten des Kunden zugeschnitten sind. Durch die Ansammlung und Fortführung der Daten in einer Blockchain, müssen persönliche Daten jedoch nicht immer wieder aufs Neue preisgegeben werden, sondern könnten in der ‘Datenkette‘ gespeichert werden.

Versicherix, ein Start-up aus der Schweiz versucht den bereits dezentralen Peer-to-Peer Ansatz mit Hilfe der Blockchain-Technologie gänzlich dezentral und unabhängig von Intermediären zu gestalten. Darüber hinaus kann die Blockchain-Technologie auch die Preisgestaltung und die Auszahlung von Ansprüchen vereinfachen und beschleunigen. Dazu werden beispielsweise mit Hilfe von Smart Contracts Auszahlungen ohne die Einbindung einer Institution ausgelöst. Das kann dann gelingen, wenn Pflichten und Modalitäten rechtlich klar definiert sind (in Abgrenzung zu unbestimmten Rechtsbegriffen) und die zugrundeliegenden Bedingungen digital prüfbar sowie die Rechtsfolge digital ausführbar sind. Wie das konkret in der Praxis aussehen kann, zeigt das Start-up InsureETH. Das Unternehmen bietet Reiseversicherungen an, was per se keine Neuheit darstellt. Die Besonderheit an InsureETH ist jedoch, dass mit Hilfe der Blockchain-Technologie verifizierte Flugdaten genutzt werden, um festzustellen, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist. Entsteht beispielsweise ein Anspruch auf Entschädigung, weil ein Flug ausgefallen ist, kann die Leistung aufgrund der verifizierten Flugdaten in der Blockchain innerhalb wenige Sekunden freigegeben werden.  Dazu muss im Vorfeld nur eine entsprechende Regel erstellt werden die eine „Wenn, dann“ Beziehung enthält. Im Ergebnis können smarte Produkte mit extrem schneller Leistungserbringung entstehen. Die Blockchain-Technologie bietet damit natürlich auch die Chance Betrugsfälle zu minimieren. Über die Nutzung von Blockchain könnten Versicherer beispielsweise die Echtheit von Waren und Dokumenten ermitteln oder eine Historie von den betrügerischen Handlungen einer Person erstellen. Bedingung hierfür wäre allerdings, dass eine umfassende Vernetzung besteht – vom Hersteller über den Kunden bis hin zur Polizei.

Nicht nur diese Anwendungsfälle wollen wir gemeinsam mit den Mitgliedern des Insurance Innovation Lab und einigen Start-ups in der vierten Werkstattwoche zum Thema Blockchain auf ihre Relevanz und Umsetzbarkeit prüfen. Freuen Sie sich mit uns auf eine zukunftsweisende Woche!

Bildquelle Titelbild: pixabay.com

 

Ein Kommentar vorhanden.

  1. Oliver Merx sagt:
    In jedem Fall ein sehr spannendes Thema. Im Kontext Versicherung sicherlich relevant ist das B3I:
    http://versicherungswirtschaft-heute.de/unternehmen-management/zehn-versicherer-treten-blockchain-initiative-b3i-bei/

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