Start-up Interview: 3 Fragen an Radoslav Albrecht von Bitbond

Radoslav Albrecht, Gründer und CEO des FinTechs Bitbond

Radoslav Albrecht, Gründer und CEO des FinTechs Bitbond

Wie wird die Blockchain bei den Banken zukünftig eingesetzt und wie lässt sich eine solch´ komplexe Technologie ganz einfach beschreiben? Radoslav Albrecht von dem Start-up Bitbond stand uns im Rahmen der Blockchain-Werkstattwoche, die vom 15. bis 17. Mai 2017 im Insurance Innovation Lab stattfand, Rede und Antwort.

Wie sind die Idee und das Konzept für Bitbond entstanden?

Radoslav Albrecht: Bevor ich 2013 Bitbond gegründet habe, war ich Unternehmensberater bei Roland Berger. Hier habe ich bei mehreren Bankenprojekten mitgewirkt und fand die Kreditvergabe ineffizient. Ich habe angefangen, mich für Peer-to-Peer Lending zu interessieren.

Mein Ziel war es, eine globale Darlehensvermittlung zu gründen. Da grenzüberschreitende Zahlungstransaktionen aber teuer und langwierig sind, habe ich nach alternativen Methoden zur Zahlungsabwicklung gesucht. Dabei bin ich auf Bitcoin gekommen und die Idee zu Bitbond ist entstanden.

Das Thema Blockchain ist ja mittlerweile in aller Munde. Wie würden Sie diese komplexe Technologie mit einfachen Worten beschreiben?

Radoslav Albrecht: Die Blockchain ist eine Datenbank, in der in erster Linie Zahlungstransaktionen gespeichert werden. Diese Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Im Falle der Blockchain von Bitcoin oder Ethereum gibt es mehrere Tausend synchrone Kopien, so dass eine nachträgliche unberechtigte Änderung der Transaktionshistorie nahezu unmöglich ist.

Die Unveränderbarkeit der Datenbankeinträge und die Tatsache, dass Transaktionen in Sekundenschnelle zu sehr geringen Kosten ausgeführt werden, macht die Technologie so revolutionär im Vergleich mit anderen Zahlungsnetzwerken. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Anwendungen, die sich die Vorteile einer dezentralen Datenbank zunutze machen.

Viele Banken beschleunigen derzeit ihre Investitionen in Blockchain-Technologien – eine kommerzielle Nutzung in den nächsten Jahren ist also sehr wahrscheinlich. Was ist Ihre Zukunftsvision bezüglich „Banking on Blockchain“ und was sagen Sie zu der Behauptung, dass Banken mit der Blockchain obsolet werden?

Radoslav Albrecht: Aus meiner Sicht gibt es zwei denkbare Szenarien für die Zukunft von der Blockchain-Technologie und digitalen Währungen wie Bitcoin. Im Szenario „Windows“ werden digitale Währungen durch eine weiter zunehmende Marktkapitalisierung einen immer stabileren Wechselkurs haben und sich dadurch massenhaft als Währung durchsetzen. In diesem Szenario ist es aus meiner Sicht realistisch, dass digitale Währungen einen Anteil von 10 bis 20 Prozent an allen Zahlungstransaktionen weltweit bekommen.

Im Szenario „Linux“ werden digitale Währungen von Endverbrauchern kaum wahrgenommen oder gesehen werden. Trotzdem werden Banken und andere Finanzdienstleister im Hintergrund viele, vor allem grenzüberschreitende Transaktionen über digitale Währungen abwickeln, weil es günstiger und schneller ist – ähnlich zum Betriebssystem Linux, das in vielen Systemen zum Einsatz kommt, aber nur von wenigen Endverbrauchern genutzt wird.

Weitere Blockchain-basierte Anwendungen werden aus meiner Sicht ebenfalls eher im Hintergrund laufen, ohne dass es der Endverbraucher wahrnimmt. Dem Kunden ist es egal, welche Technologie zum Einsatz kommt, solange die Dienstleistung gut und günstig ist.

Ich glaube auch nicht, dass Intermediäre verschwinden werden. Die meisten Funktionen, die Finanzdienstleister heute erbringen, werden auch in Zukunft noch gefragt sein. Die Intermediäre werden allerdings effizienter arbeiten, da die Markteintrittsbarrieren sinken. Es wird aus meiner Sicht eine Mischung geben aus Banken, die sich erneuert haben und jungen FinTechs, die es zu einer nachhaltigen Marktreife gebracht haben.

 

Über Bitbond:

Das Berliner FinTech Bitbond hat sich darauf spezialisiert, kleine Unternehmen in über 120 Ländern mit Bitcoin-Investoren zu verbinden. Kreditsuchende erhalten so eine einfache Gelegenheit an Geldmittel zu gelangen und den Investoren winken lukrative Zinssätze, denn dank der Blockchain erfolgen die Zahlungsströme fast in Echtzeit und ohne die hohen Bankgebühren für Auslandsüberweisungen. Dabei werden als Technologie und Zahlungsnetzwerk ausschließlich Bitcoins verwendet.

 

Mehr Informationen gibt es unter www.bitbond.com

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