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Start-up Interview: 3 Fragen an Tobias Flam von KIWI

Das Berliner Start-up KIWI hat eine Technik entwickelt, die es möglich macht, Wohnungstüren ohne Schlüssel zu öffnen. Mittels eines kleinen Transponders werden Türen aus einer Entfernung von einem bis drei Metern automatisch entriegelt, außerdem können Eingangstüren zu einem Gebäude per Smartphone-App geöffnet werden. Die Zutrittsberechtigungen werden über das KIWI Portal zentral verwaltet. Tobias Flam, Head of Business Development, erzählt uns im Interview, wie die Idee zu KIWI entstanden ist und warum er in dem „Internet der Dinge“ eine Evolution sieht, die fortwährend nach Effizienzsteigerung strebt.

Tobias Flam, Head of Business Development von kiwi (Bildquelle: kiwi)

Tobias Flam, Head of Business Development von KIWI (Bildquelle: KIWI)

Bei welcher Gelegenheit kam die Idee zu KIWI auf?

Claudia Nagel, Co-Founder und Managing Director, hatte die Idee zu KIWI an einem verregneten Tag im November 2007. Eine Alltagssituation: Sie stand vor ihrer Haustür, auf dem einen Arm ihren kleinen Sohn, im anderen den Einkauf und konnte ihren Schlüssel nicht finden. Sie fragte sich, warum denn im 21. Jahrhundert noch niemand eine smarte Lösung für dieses Schlüsselproblem erfunden hatte. Eine Technik, die schon während sie auf ihre Tür zuläuft, aufschließt – ganz ohne Schlüssel: Die Idee zu KIWI war geboren.

 

 

Das „Internet der Dinge“ ist für viele immer noch ein Mysterium – obwohl uns die Technologie bereits vielfach auch im Alltag begleitet. Können Sie Licht ins Dunkel bringen und mit einfachen Worten beschreiben, was unter dem Begriff „Internet der Dinge“ zu verstehen ist und wo wir dem technologischen Trend begegnen?

Das „Internet der Dinge“ (engl. Internet of Things oder kurz IoT) beschreibt die Ausweitung des Internets über PCs und Smartphones hinaus auf alle Dinge, die uns im Alltag begegnen. Dabei beschränkt sich IoT nicht nur auf elektronische Gegenstände, mit denen wir aktiv interagieren, sondern sorgt für eine Vernetzung aller Dinge, die auch ohne menschliches Eingreifen miteinander kommunizieren und einen wirtschaftlichen, ökologischen und/oder sozialen Mehrwert schaffen. Damit werden viele unserer Alltagstätigkeiten und Prozesse sogar komplett aus unserer Wahrnehmung verschwinden, da sie automatisch im Hintergrund ablaufen.

„Internet of Things“ – Revolution oder Modewort und warum?

Weder noch. Ich sehe das IoT oder auch IoE („Internet of Everything“) als eine Evolution, die nach konstanter Effizienzsteigerung strebt. Gestartet mit einem Internet, das lediglich auf stationären Großrechnern verfügbar war, über PCs und Laptops zu Smartphones und weiteren tragbaren Geräten hat sich das Internet immer weiter ausgebreitet. Da wir als Menschen zu jeder Zeit und nahezu an jedem Ort Zugang zum Internet haben, ist es der nächste logische Schritt, auch unsere Umgebung zu vernetzen, um auch diese zu steuern beziehungsweise Informationen auszutauschen.

Die rasanten Entwicklungen in Data Storage, Connectivity und Computing Power sind die Kerntreiber dafür, dass wir immer mehr IoT-Applikationen auch im Alltag erleben. Entscheidend sind hier die immer geringer werdenden Kosten beim Infrastrukturaufbau, der zur Vernetzung nötig ist. Letztendlich muss die notwendige IoT-Infrastruktur in bestehende Produkte, Immobilien, Fahrzeuge, etc. einfach und kostengünstig installiert und betrieben werden können. Im Idealfall nutzt man sogar bestehende Infrastrukturen, wie es zum Beispiel der NB-IoT Standard erlaubt.

IoT sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern erlaubt auch komplett neue Geschäftsmodelle, die vorher nicht denkbar waren. Durch eine dauerhafte Vernetzung werden vermehrt physische Produkte als Service angeboten. Das heißt, man zahlt zum Beispiel nicht einmalig für eine Maschine, sondern lediglich für den Output, den die Maschine produziert. Dadurch werden Firmen wesentlich flexibler und weniger kapitalintensiv. Ein weiteres Beispiel für neue Geschäftsmodelle sind individuelle Versicherungspakete, die on-demand und automatisch abgeschlossen werden. Zum Beispiel könnte automatisch eine Reiseversicherung abgeschlossen werden, sobald das Auto per GPS die Information an die Versicherung schickt, dass man sich aktuell auf seinem Urlaubstripp in Italien befindet.

Wir sind immer noch am Anfang des IoT-Zeitalters. Ein weiterer relativ neuer Treiber des IoT ist die Blockchain-Technologie, die der Kryptowährung Bitcoin zugrunde liegt. Damit wird vor allem eine dezentrale Peer-to-Peer Organisation ermöglicht. Das heißt, es bedarf keiner zentralen Organisation, um bestimmte Services und Produkte bereitzustellen. So könnte man zum Beispiel einen Uber-ähnlichen Service direkt über eine Blockchain-basierte Lösung anbieten, bei der alle Rewards – also der Mehrwehrt, der über die Plattform realisiert wird – auch zu nahezu 100 Prozent den Plattform-Teilnehmern zugutekommt. Einzelne Geräte (zum Beispiel selbstfahrende Autos) könnten zu eigenen Wirtschaftseinheiten werden.

Es gibt, wie man sieht, noch zahlreiche Ideen, die man testen und umsetzen kann. Um abschließend noch eine schöne Statistik zu nennen, die klar gegen „IoT als Modewort“ spricht: die Strategie Beratung Boston Consulting Group (BCG) geht von einem jährlichen Wachstum von 40 Prozent bis 2020 im Markt für IoT-Plattformen aus.

 

Über KIWI

KIWI löst Schlüsselfragen der Wohnungswirtschaft. Schlüssel sind hochgradig unsicher, kopierbar, unpraktisch und ineffizient. Für Hauseigentümer und Verwalter von Immobilienobjekten bedeutet die Nutzung des Schlüssels zudem einen großen Aufwand des Schlüsselmanagements. Ob für Hausverwaltungen, Bewohner oder Dienstleister, KIWI hat für jedes Szenario die passende Lösung parat. Das elektronische Schließsystem zeichnet sich durch sein digitales Verwaltungsportal aus, mit dem die Zutrittsrechte zu allen Türen eines Immobilienbestands verwaltet werden können.

Mehr Informationen unter https://kiwi.ki

 

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