Why Innovation Fails

Why innovation fails

Innovation ist in aller Munde. Es scheint, alle würden auf den Innovationszug aufspringen wollen. Auf den ersten Blick mag Innovation einfach zu greifen und ebenso einfach zu erreichen sein. Der klassische Design-Thinking-Prozess zeigt eine geradlinige Verbindung zwischen Verstehen, Beobachten, Definieren, Entwerfen, Prototype und Testen. Schnell entsteht der Eindruck, dieser Vorgang würde in Windeseile zur Markteinführung eines neuen Produktes und somit zu großem Erfolg führen. Doch auf dem zweiten Blick erkennt man: Um den wahren Kern von Innovation zu erfahren, bedarf es einer tiefergehenden Auseinandersetzung.

Unser Specialist Business Design und Innovation sowie Start-up-Experte Sascha Noack hat den Gästen unseres Open Lab Days seine persönlichen sechs Gründe genannt, warum Innovationen scheitern:

#1 WRONG (UNDERSTANDING OF) TOOLS

Design Thinking ist kein Tool, sondern ein Mindset. Scrum ist kein Projektmanagement, sondern ein Framework. Ein Lab ist kein Accelerator und ein Accelerator ist kein Incubator… Die Liste ist nahezu endlos fortführbar.

Ein häufiges Problem ist also, dass viele Begriffe im Innovationsprozess falsch verstanden werden. Und sobald Begriffe falsch verstanden werden, führen sie zu falscher Nutzung und schlechten Ergebnissen.

#2 WRONG FOCUS

Eine besondere Herausforderung ist es, den richtigen Fokus zu setzen. Entsprechend dem Motto „Picking the low hanging fruits“ wird sich häufig auf die kreative Ideensammlung und die Ideation gestürzt. Diese Herangehensweise mag kurzfristigen Erfolg versprechen, die schwierigen Fragen des Innovationsprozesses bleiben jedoch auf der Strecke. Um tatsächliche Bedürfnisse zu berühren und eine Realisierung voranzubringen, muss zunächst die Ausgangssituation bzw. das Problem identifiziert werden. Was ist die Fragestellung? Was ist das Bedürfnis des Endkunden? Wie wird Erfolg definiert? Erst dann folgt die Ideation. Damit die Idee anschließend nicht im luftleeren Raum verweilt, bedarf es exekutiver Maßnahmen. Die erfolgreiche Umsetzung hängt davon ab, ob ein Team zusammengestellt, ausreichend Ressourcen freigegeben und das Commitment aufrechterhalten werden kann.

The innovation process

The innovation process (Quelle: https://medium.com/@hellojonas/the-ideation-trap-or-why-innovation-fails-349904e3772d)

#3 WRONG EXPECTATIONS

Ein weiterer grundlegender Fehler ist eine falsche Erwartungshaltung. Bei Innovationen haben wir es weder mit einem linearen Prozess noch mit garantierten Ergebnissen zu tun. Es geht in erster Linie darum, sehr schnell zu handeln und möglichst viele Dinge auszuprobieren. Fakt ist: Gute Ideen haben viele Menschen, doch an der tatsächlichen Umsetzung scheitert der Großteil. Anstatt mit einem Produkt sofort an den Markt zu gehen, sollte viel mehr ständige Reflektion und Validierung im Vordergrund stehen. Der freudige Nebeneffekt: Es können enorm viele Risiken eingespart werden.

Erfolg durch Experimente

Erfolg durch Experimente

#4 FALLING IN LOVE WITH YOUR IDEA

Jeder kennt das Problem: Wir sind sicher, dass unsere Ideen die besten sind. Oftmals müssen wir aber feststellen, dass die Realität ein wenig anders aussieht. Jede Idee muss sich am Problem/Solution Fit („Gibt es ein Problem, welches wir lösen können?“) und am Produkt/Market Fit („Kauft jemand unsere Lösung?“) messen. Dabei ist es besonders wichtig seine Zielgruppe genau zu definieren und eine Kaufbereitschaft zu sichern. Erst der tatsächliche Kauf, nicht die Aussage eines Freundes oder Kunden, validiert den Wert des Produktes.

#5 NO INNOVATION STRATEGY

Um Innovation in einem Unternehmen zu integrieren, bedarf es eines Rahmens, der auf die erfolgreiche Umsetzung einzahlt. Dazu zählen die strategische Gestaltung der Organisationsstruktur, der Ziele, der Rollen, der Methoden sowie der Partner. Innovation kann nicht als isolierte Business Unit angesiedelt werden, sie muss als unternehmensüberspannende Institution und Denkhaltung verankert sein.

#6 NO INNOVATION CULTURE

Einer der häufigsten Gründe warum Innovation scheitert, ist die Unternehmenskultur. Die folgenden vier Elemente sollten bei allen Überlegungen beachtet werden: Innovation Leadership, Ressourcen, Menschen und Innovationssilos.

Die Führung sollte sich durch Transparenz auszeichnen. Dabei sollte den Mitarbeitern die Freiheit gewährleistet werden, die sie benötigen, um Innovationen zu etablieren. Führungspersonen werden außerdem dazu angehalten, Innovation in allen Hierarchiestufen zu verankern, da sich Innovationspotenziale im gesamten Unternehmen befinden können und erst das einheitliche Mindset die Basis für zukünftige Entwicklungen bildet. Aus Führungsebene sollte deutlich vermittelt werden, dass insbesondere Misserfolgen dabei helfen, neue Insights zu gewinnen und ebendiese für neue Erfolge zu nutzen.

Weiterhin sollte dafür gesorgt werden, dass ausreichend Ressourcen zu Verfügung gestellt werden und diejenigen Menschen an Innovationsthemen mitwirken, die als Treiber agieren und ihre Stärken zu 100 Prozent an der richtigen Stelle einsetzen können.

Von Innovationssilos ist abzuraten. Einzelne Budgettöpfe führen dazu, dass Themen nicht weiterentwickelt werden. Auch eine kleine Innovationseinheit oder ein externes, unabhängig arbeitendes Lab führen nicht zum gewünschten Erfolg. Innovation sollte im Tagesgeschäft gelebt und in den Köpfen der Mitarbeiter verankert werden. Andernfalls trifft man spätestens bei der Kommunikation mit anderen Einheiten des Unternehmens auf Widerstand (z.B. bei Budgetfreigaben).

Insurance Innovation Lab als Schnittstelle

An dieser Stelle tritt das Insurance Innovation Lab auf. Wir sind kein Silo, wir coachen, beraten und erstellen in Kollaboration sowie nach Bedarf Konzepte. Wir sind der essentielle Partner, der die obengenannten Problemfelder angeht und überwindet.

Lab als Schnittstelle

 

Comments are closed.